Vor 50 Jahren, und heute so wichtig wie damals – Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Rumänien

Bild vergrößern Vor 50 Jahren unterzeichneten Bundesaußenminister Willy Brandt und der rumänische Außenminister Corneliu Manescu das „Gemeinsame deutsch-rumänische Kommuniqué“ zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Darin brachten beide Seiten ihre „Genugtuung über die Entwicklung des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches“ zum Ausdruck und beschlossen die weitere Vertiefung der vielfältigen Zusammenarbeit. Bereits ein Jahr später wurde der Deutsche Akademische Austauschdienst in Rumänien aktiv, zehn  Jahre danach nahm das Goethe-Institut seine Arbeit in Bukarest auf.

Dann fiel der „Eiserne Vorhang“, und inzwischen ist Rumänien seit zehn Jahren Mitglied der EU, seit dreizehn Jahren Mitglied der Nato, und unsere bilateralen Beziehungen haben sich im gesamten Spektrum dynamisch entwickelt – in Politik, Wirtschaft, Kultur und Bildung, auch der beruflichen Bildung, mit einer weiterhin wichtigen Rolle der deutschen Minderheit in Rumänien und in Deutschland als Bindeglied.

Auch wenn das heutige Jubiläum zurückverweist in eine Zeit mit ganz anderen politischen Vorzeichen: Schon damals wurden erste Fundamente gelegt für eine Annäherung zwischen den Menschen. Lassen Sie uns dieses Jubiläum daher zum Anlass nehmen, heute auf der Basis unserer exzellenten bilateralen Beziehungen gemeinsam zum Wohle unserer Bürger an der Gestaltung dieses geeinten Europa zu wirken.

 

Cord Meier-Klodt

Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien

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50 Jahre Deutsch-Rumänische diplomatische Beziehungen stehen vor allem für eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft. In diesen 50 Jahren hat sich die Welt komplett verändert: Mauern sind gefallen, Regierungen wechselten und mit ihnen Wirtschaftskonzepte, neue Technologien führen auch weiterhin zu starken Umbrüchen in der Unternehmenslandschaft. Alles ist im Wandel. Doch was sich stets wie ein unumkehrbarer Prozess dank des wertvollen diplomatischen Dialogs immer weiter intensivierte, waren die geschäftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten. Heute stehen die Wirtschaftsbeziehungen auf einem festen Fundament, deutsche Unternehmen sind fester Bestandteil der rumänischen Volkswirtschaft und dies vor allem auf Grund der Menschen, die dahinterstehen, die gemeinsame Werte vertreten, Visionen teilen und dadurch dem Ganzen den notwendigen Antrieb verleihen.

 

Sebastian Metz

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der

Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer

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Ich freue mich sehr, dass der DAAD nun schon seit fünf Jahrzehnten sehr enge Beziehungen zu rumänischen Studenten und Wissenschaftlern pflegt und die akademische Mobilität zwischen den beiden Ländern fördert. Schon 1968 kamen die ersten rumänischen Stipendiaten für ein Studium nach Deutschland. 50 Jahre später fördert der DAAD nun jährlich die akademische Mobilität von mehr als 500 Rumänen!

Auch die Hochschulbeziehungen zwischen Deutschland und Rumänien sind seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen stetig gewachsen. Derzeit sind 405 deutsch-rumänische Hochschulkooperationen zu verzeichnen. Diese enge Partnerschaft empfinde ich als große Bereicherung für beide Länder!

 

Dr. Nicola Gotthardt

Leiterin des DAAD-Informationszentrums

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Alte Partner

Vor 50 Jahren ergänzten sich zwei wirtschaftliche und politische Bewegungen im deutsch-rumänischen Verhältnis. Zum einen drängte die „Überproduktion der deutschen Industrie auf den Ostmarkt“, so „Der Spiegel“ 1967. Da kam der Fünfjahresplan der sozialistischen Herrscher in Bukarest gerade recht, der einen erheblichen Ausbau der Schwerindustrie intendierte. Deutsche Maschinen und Anlagen waren gefragt. Allerdings stieg das rumänische Handelsbilanzdefizit,

das Land strebte nach neuen Krediten und Exporterlösen.

Ein expandierender Handel war zum anderen aus deutscher Sicht zugleich das Pendant einer erfolgreichen Ostpolitik. Für Rumänien, das in Richtung verstärkter politischer Autonomie strebte, spielte die Diversifizierung der Außenwirtschaftsbeziehungen eine tragende Rolle. Hierbei war die Bundesrepublik ein geeigneter Partner. Rumänien feiert 2017 den zehnjährigen Beitritt zur Europäischen Union, und die wirtschaftliche Verzahnung zwischen beiden Ländern ist heute so eng wie nie. Germany Trade & Invest GTAI freut sich darauf, auch den weiteren Prozess konstruktiv zu begleiten.

 

Michael Marks, GTAI-Repräsentant in Rumänien